Was mich auf dieser Welt zur Weißglut treibt, was mich auf der anderen Seite zu meiner eigenen Verwunderung kalt läßt, das ist ein unerklärliches Fänomen meiner Subjektivität.
An dieser Stelle werde ich mich in unregelmäßigen Abständen satirisch bis unflätig über die verschiedensten Dinge und Ereignisse auslassen.
Lulu und Stellvertreterkriege (21. 10. 2010)
Ja, das war ein Spaß mitten im Premierenstreß. Bernd Hecke hat uns für die „Kleine Zeitung“-Beilage „G 7“ interviewt (für das ich ja einen schönen Schüttelreim verfaßt habe: „’Ran, G 7, ’ran, G 7, jetzt wird Parmesan gerieben“) und zwischendurch auch das Gespräch auf den steirischen Landtagswahlkampf und das unsägliche Moscheenspiel gebracht. Und da hat Kollege Leo Lukas auch den Satz ausgesprochen: „Ich bin erleichtert, daß Gerhard Kurzmann so ein Lulu ist.“
Noch am selben Tage klingelt bei mir das Telefon, Hecke bittet mich um Leos Telefonnummer – die Redaktion meint, man könne Lulu nicht abdrucken. Man einigt sich auf irgendeinen milderen Ausdruck, dann kommt der neuerliche Anruf: alles retour, das Lulu wird durchgestanden – und prangt dann auch in der Druckausgabe.
Natürlich gibt es bis heute keine Reaktion von Lulu- pardon, FP-Seite, alles Schwitzen war wieder über-flüssig (Wortspiel, haha.)
Der Inhalt nicht. Kurzmann profiliert sich als selbiges.
Sie machen ihn zum Umweltlandesrat. Meine erste Reaktion: Den Bock zum Gärtner. Nach kurzem Nachdenken: Wo wäre er weniger schlecht? Na eben. Als Künstler darf ich froh sein, daß sie ihn nicht in die Kultur abgeschoben haben. (Schütze, heil’ger Florian...)
Und heute, am 21. Oktober, schlage ich die Zeitung auf und lese: Das Ende des Projektes Umweltzone Graz ist besiegelt, noch ehe das Frühchen den ersten Atemzug getan hat.
Mann, denkt der kurz, Mann.
Andererseits: wie sollte er auch anders? Der (bei uns nicht als solche gegründeten) Autofahrerpartei taugt das sicher. In der IG-L-Zone mitten auf der schnurgeraden Autobahn einen Hunderter schleichen, das ist für einen ordentlichen Hetero doch nur mehr schwul.
Kurzmann hat uns mit dieser zwergenhaften Geste ganz groß gezeigt, was für ihn Umweltmaßnahmen bedeuten. Und was FP-Politik bedeutet: Stellvertreterkriege führen gegen ganz schwache Gegner – das Übel an der Wurzel packen ist immer schwerer, gefährlicher und unpopulärer.
Und was soll überhaupt die ganze Feinstaubdebatte, wenn beim nächsten Ostwind eh der Giftschlammstaub aus Ungarn herüberweht?
Kurzmann wird es gewußt haben: Aus dieser Richtung kommt nichts Gutes.
Wurscht, jedenfalls sollten echt Überlegungen angestellt werden, ob solcherne nicht zu einfach in Ämter (von Würden will ich hier nicht sprechen) gelangen bzw. bleiben.